Ein spannender Tag bei der Ausstellung „Women do Science“
Am Donnerstag, den 23.04.2026, besuchten motivierte Schülerinnen der Klassen 9, 10 sowie der Oberstufe des städtischen Gymnasiums Kreuztal die Ausstellung „Women Do Science“ am Emmy-Noether-Campus der Universität Siegen. Schon am Morgen machte sich die Gruppe energisch auf den Weg zum Kreuztaler Hauptbahnhof. Dort wartete zunächst eine kleine Überraschung: Der Zug hatte 15 Minuten Verspätung. Die gute Stimmung ließ sich davon jedoch nicht trüben – stattdessen genossen alle gemeinsam die strahlende Sonne und die Zeit im Gespräch.
Nach der Ankunft fiel eine spontane Entscheidung: Anstatt den Bus zur Universität zu nehmen, lief die Gruppe den Berg eigenständig hinauf – ein sportlicher Start in den Tag. Lustigerweise kam der Bus genau gleichzeitig mit uns an – ein kleiner, amüsanter Moment gleich zu Beginn des Tages.
Das abwechslungsreiche Programm startete in einem großen Hörsaal mit einer Präsentation von Dr. Rula Tabbash über die herausragende Physikerin Amalie Emmy Noether. Dabei wurde nicht nur ihre bedeutende wissenschaftliche Arbeit beleuchtet, sondern auch ihr schwieriger Werdegang: So durfte sie zunächst nicht in Erlangen studieren und arbeitete über mehrere Jahre als Professorin, ohne dafür bezahlt zu werden. Dennoch erzielte sie bahnbrechende Forschungsergebnisse, insbesondere im Bereich der „Symmetrien und ihren Erhaltungsgrößen“ wie Energie, Impuls, Drehimpuls und elektrischer Ladung.
Ein besonderes Highlight war die Live-Zuschaltung der Astronautin Dr. Carmen Köhler. Begeistert erzählte sie von ihrem ungewöhnlichen Lebensweg: Ursprünglich begann sie mit einer Friseurausbildung, doch ihre Leidenschaft für Mathematik führte sie schließlich zu einem Studium in diesem Fach. In ihrer Masterarbeit beschäftigte sie sich mit der Vermeidung von Kondensstreifen von Flugzeugen und Militärjets wie der F16. Schließlich fand sie ihren Platz in der Wissenschaft und verwirklichte ihren Kindheitstraum. Sie bewarb sich erfolgreich als analoge Astronautin für eine Simulation zum Leben und Arbeiten auf dem Mars. Im Laufe ihres Vortrags wurde deutlich, wie vielfältig ihre beruflichen Stationen sind: Sie arbeitete unter anderem als Friseurin, Maskenbildnerin, Mathematikerin, Physikerin, analoge Astronautin und Geschäftsführerin ihrer eigenen Firma „P3R“ – und schaffte es gleichzeitig, ihre drei Kinder großzuziehen. Ihr Traum, eines Tages zum Mond zu fliegen, besteht weiterhin. Nach dem inspirierenden Vortrag hatten alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, persönliche Fragen zu stellen und mehr über ihren Werdegang zu erfahren.
Im Anschluss besuchten die Gruppen die Ausstellung, in der jede und jeder eine Wundertüte mit tollen Geschenken der Firma Casio erhielt. Während eines Rundgangs konnten viele weitere faszinierende Wissenschaftlerinnen und ihre Geschichten entdeckt werden.
Danach versammelten sich alle in der Mensa der Universität, wo ein Buffet mit Mini-Burgern, Obstsalaten, Blaubeermuffins und weiteren Leckereien bereitgestellt wurde. Gut gestärkt und beeindruckt von den zahlreichen inspirierenden Frauen aus Vergangenheit und Gegenwart machte sich die Gruppe gegen 12:15 Uhr auf den Rückweg zum Bahnhof.
Insgesamt war es eine äußerst inspirierende und begeisternde Erfahrung. Der Tag zeigte eindrucksvoll, wie Frauen trotz früherer Benachteiligungen ihre Träume verwirklichen und bedeutende Fortschritte erzielen konnten – und weiterhin können.
Text: Marulla, Noa, Elaine, Mariia, Reyhan, Carlotta, Julia, Yasmina, Frida (Klasse 9 und 10), Rodica Badea
Fotos: Rodica Badea




