Technik, Team und Nervenkitzel – Kranbauwettbewerb der Uni Siegen

Wochen- und stundenlang hatten 18 EF-Schüler der Physikkurse in vier Teams geplant, konstruiert, verworfen, neu gedacht und sorgfältig dokumentiert – mit Motivation, Ausdauer und spürbarer Leidenschaft. Manche Kräne zerbrachen in der letzten Phase der Konstruktion, doch an Aufgeben war nicht zu denken. Mit wachsender Erfahrung, verbesserten Techniken und noch größerem Ehrgeiz entstanden sie erneut – stabiler, durchdachter, präziser. Schließlich sollte sich zeigen, welche Konstruktion der Belastung standhält.

Beim schulinternen Wettbewerb bewiesen zwei Kräne ihre Stabilität, indem sie 2 Kilogramm ohne Beschädigung trugen – und qualifizierten sich damit für das Finale.

Am 20. Februar 2026 wurde es ernst für die EF-Schüler Max, Jermaine, Mattis, Carlo, Louis, Victor, Joshua, Luis und Vincent: Beim Kranbauwettbewerb des Departments Bauingenieurwesen der Universität Siegen stand der „Tag der Entscheidung“ bevor. 17 Teams aus zehn Schulen der Region traten gegeneinander an – mit Ideenreichtum, technischem Geschick und einer Portion Nervenkitzel im Gepäck.

Erstmals fand die Veranstaltung in der eindrucksvollen Kulisse des Campus Buschhütten statt. Unterstützt wurde der Wettbewerb von der Achenbach Buschhütten GmbH & Co. KG, die nicht nur ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, sondern den Teilnehmenden auch Einblicke in ihre Ausbildungswerkstatt gewährte. Die hohe Werkstatthalle beeindruckte durch ihre festliche Atmosphäre ebenso wie durch ihre Authentizität. Während die Wettbewerbsmodelle geprüft wurden, liefen im Hintergrund große Maschinen – ein eindrucksvolles Zusammenspiel von Theorie und realer Ingenieurpraxis.

Begrüßt wurden die Schülerinnen und Schüler von den Professoren Dr. Pak und Dr. Schulze sowie von Frau Dr. Barten von der Firma Achenbach. Nach einer kurzen Einführung, der Gruppeneinteilung und einem Rundgang durch die Werkstatt begann der entscheidende Teil: die Belastungstests.

Zunächst wurde das Eigengewicht jedes Krans exakt bestimmt. Anschließend prüfte eine Maschine mithilfe eines Hydraulikzylinders die maximale Tragfähigkeit der Konstruktionen. Mit jeder zusätzlichen Belastungsstufe stieg die Spannung – bis der Nudelkran standhielt oder schließlich nachgab. Jeder Testdurchlauf wurde mit angehaltenem Atem verfolgt.

Unsere Schülerteams hielten sich – im Unterschied zu manchen anderen Gruppen – konsequent an die Vorgaben und konstruierten reine Nudelkräne statt Nudel-Faden-Konstruktionen. Diese Prinzipientreue führte zwar nicht automatisch zum Sieg, überzeugte jedoch mit technischer Disziplin und Klarheit im Konzept. Trotz aller Anspannung bewahrten die Schüler eine bewundernswerte Gelassenheit. So brachte Max es augenzwinkernd auf den Punkt: „Frau Badea, die Erde dreht sich weiter!“

Der Kran des Teams „Junge Tüftler“ (Louis-Team) mit einem Eigengewicht von nur 479 Gramm hielt einer beeindruckenden Belastung von 5,986 Kilogramm stand. Das Team „Light Weight Boss“ (Joshua-Team) bewies mit lediglich 188 Gramm Nudeln, dass Leichtbau enormes Potenzial birgt – ihr Kran trug 2,711 Kilogramm. Unterschiedliche kreative Bauideen wurden bestaunt, diskutiert und gegenseitig gewürdigt.

Neben der maximalen Tragkraft spielte auch die schriftliche Dokumentation eine entscheidende Rolle. Planung, Methodenwahl sowie auftretende Schwierigkeiten und deren Lösungen mussten nachvollziehbar dargestellt werden. Auch diese Ausarbeitung floss in die Gesamtbewertung ein und unterstrich die Bedeutung präziser wissenschaftlicher Arbeit.

Den feierlichen Abschluss bildete die Siegerehrung. Alle Teilnehmenden wurden ausgezeichnet, erhielten Urkunden und kleine Geschenke – und durften sich anschließend über ein gemeinsames Pastaessen mit köstlicher Tomatensoße freuen, zu dem die Firma Achenbach eingeladen hatte.

Ein besonderer Dank gilt Frau Tina Hübscher, die die Veranstaltung mitorganisierte und uns bei allen auftretenden Fragen und Herausforderungen stets freundlich, geduldig und zuverlässig unterstützte.

Der Wettbewerb zeigte eindrucksvoll, wie lebendig die Verbindung von Theorie und Praxis sein kann. Die Schülerinnen und Schüler stellten nicht nur ihr technisches Verständnis unter Beweis, sondern stärkten auch Teamgeist, Ausdauer und Problemlösungskompetenz. Mit Veranstaltungen wie diesem Kranbauwettbewerb schlägt die Universität Siegen – so betonte Frau Dr. Barten – eine Brücke zwischen Schule, Universität und Berufswelt. Vielleicht wurde an diesem Tag bei dem einen oder der anderen der Grundstein für ein späteres Studium im Bauingenieurwesen gelegt.

Text und Fotos: Rodica Badea

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